Das rekultivierte Naturparadies „Geiseltal“ in Sachsen-Anhalt

Bevor man eine (kleine) Reise macht, ist es nicht verkehrt, sich zu informieren, was einen am Zielort erwartet. Über Pfingsten unternahmen wir eine Spritztour in das in Sachsen-Anhalt gelegene „Geiseltal“. Zuvor besuchten wir die Homepage der „Geiseltaler Touristikgesellschaft GmbH“. Dort war über das Geiseltal zu lesen:

„Dieses Gebiet zählt als heutiges Naturparadies zu einer der geschichtsträchtigsten und schönsten Regionen Mitteldeutschlands. Mit der Rekultivierung seit den 1990er Jahren gelang die Geiseltaler Seenlandschaft mit den Gewässern Geiseltalsee, Großkaynaer See, Runstedter See und Hasse See zunehmend in den Fokus zahlreicher Reisender. Der Ausbau einer touristischen Infrastrukur, vor allem in der Region um den Geiseltalsee als größter künstlich angelegter See Deutschlands, ist das Hauptanliegen der Geiseltaler Touristikgesellschaft.“
[Zitat von der Homepage der Geiseltaler Touristikgesellschaft]

Und so sah es im Geiseltal dann aus:
(Kleine Anmerkung an dieser Stelle: Einer der Aufnahmeorte der untenstehenden Bilder, ist lediglich 150 bis 200 Meter vom vielgepriesenen „Naturparadies Geiseltalsee“ entfernt.)


FAZIT: Ja, der Werbeaussage der „Geiseltaler Touristikgesellschaft GmbH“ kann zugestimmt werden. Die Natur ist eindrucksvoll darum bemüht, jahrzehntelangen Raubbau an ihr zu neutralisieren und verschlingt nun ganze Fabriken, welche seinerzeit dazu beitrugen, dass großflächig fruchtbare Erdböden vergiftet wurden.

Paralleluniversum in Leipzig endlich entdeckt!

Schon immer gingen wir davon aus, dass irgendwo in Sachsen ein Paralleluniversum existent sein muss, denn anders war uns das paranoide und xenophobe Verhalten der Eingeborenen nicht erklärbar. Wir vermuteten den Ort des Paralleluniversums in der Nähe von Dresden, genauer gesagt in Kesselsdorf, denn dort wohnt (oder wohnte) „Lutz Bachmann“, der als Gründer der islamfeindlichen Bürgerbewegung „Pegida“ (deren wirre Anhänger meist an Montagen irgendwo kreisförmig rumlaufen und dabei „Wir sind das dumme Volk“ grölen) gilt.

Wir fanden das gesuchte Paralleluniversum aber weder in Dresden, noch in Kesselsdorf und hatten die Hoffnung es jemals zu finden, eigentlich schon aufgegeben.

Unser letzter Urbex-Streifzug führte uns durch die Leipziger Stadtteile Reudnitz und Anger-Crottendorf zu einem verkommenen Gelände mit etlichen Mauerresten. Aus einer brüchigen und mit Rissen übersäten Mauer hörten wir ein pfeifendes, zischendes Geräusch und wir verspürten einen immer größeren Sog als wir uns der Mauer näherten. Festen Fußes trat ich gegen die brüchige Mauer, woraufhin einige Mauersteine regelrecht „aufgesaugt“ wurden. Wie bei einer Implosion. Das hinter der Mauer befindliche Vakuum sog die von mir losgetretenen Bruchsteine nach innen. Es entstand ein Loch.

Was wir dann zu sehen bekamen, war unheimlich und faszinierend zugleich. Wir hatten es entdeckt: Das Paralleluniversum. Aus meiner Jackentasche kramte ich mein Smartphone, um das Schauspiel bildhaft zu dokumentieren. Mit aller Kraft hielt ich mich mit einer Hand an einer  starken Baumwurzel fest, um nicht ins Paralleluniversum hineingesogen zu werden. Endlich hatte ich mein Handy ertastet und stellte fest, dass es in meiner Hand zu Staub zerfiel. „Nicht verwunderlich“, dachte ich mir, „1932 gab es schließlich noch kein „Galaxy S7“. Für solch einen Fall sind wir aber stets gut vorbereitet und aus meinem Rucksack reichte mir meine Partnerin meine alte Agfa-Balgkamera, welche zu Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt wurde und  im Jahre 1932 bereits auf dem Markt erhältlich war.

Im Paralleluniversum sind die Planeten mit flexiblen Strängen untereinander verbunden. Ein umkreisender Mond ist  zu erkennen.

Meine Kräfte schwanden. Kaum noch konnte ich dem irrsinnigen Sog genug Widerstand leisten, aber Fotos mussten zwecks Beweis und Dokumentation erstellt werden. Es gelang mir.

Auf unseren Urbex-Touren erlebten und sahen wir schon allerhand. Ermordete Katzen, restlos verstümmelte Leichen, vier Selbstmörder (sie hingen noch an den Hanfseilen und waren teilweise skelettiert). Ebenso fanden wir vor ungefähr zwei Jahren Reste des Bernsteinzimmers, das Nazigold und den Schatz im Silbersee (im Schwarzwald). Die Krönung unserer Urban-Exploring-Touren ist nun aber zweifelsohne das Aufspüren des Leipziger Paralleluniversums. Dies gelang bislang noch keinem Urban Explorer.

An den kommenden Montagen legen wir uns auf die Lauer, um zu schauen, wer alles diesem Paralleluniversum entsteigt und werden gegebenenfalls darüber berichten. Sicherlich würden jetzt einige unserer Leser gerne wissen wollen, wo  genau sich dieses Paralleluniversum befindet.

Diese Frage werden wir auf keinen Fall beantworten, denn das widerspräche dem Codex der Urban Explorer. Locations werden nicht verraten und wir veröffentlichen ausschließlich Fotos, auf denen alles entfernt wurde, was auf den Ort hinweisen könnte (z.B. Geodaten in den EXIF-Dateien etc.).

VOODOO IM LEIPZIGER ZENTRUM INMITTEN EINER INDUSTRIEBRACHE

Unsere heutige (sich zufällig ergebende) Urban-Exploring-Tour führte uns in eine alte Fabrik, die früher mitten in Leipzig „Saures“ produzierte. Die Örtlichkeit war uns bekannt – wir besuchten sie schon einige Male. Aus diesem Grund hegten wir auch nicht den Gedanken, in dieses verriegelte Gelände einzudringen. Wir wollten lediglich als Spaziergänger entlang des Wegs der alten Fabrik laufen. Aber irgendwas war anders als sonst. Viele AfrikanerInnen und HaitianerInnen kamen uns entgegen. Mit blutverschmierten Gesichtern gaben sie in rhythmischer Einheit seltsame Laute von sich, die für unsere Ohren wie „Wan Fed Dan Ta“ klangen. Einige krochen aus einem kleinen Zaunloch, welches anscheinend eigens zu dem Zweck angefertigt wurde, um auf das ringsum verbarrikadierte Fabrikgelände zu gelangen. Unsere Neugier war geweckt und so beschlossen wir, die Örtlichkeit näher zu inspizieren, obwohl wir unsere Urbex-Ausrüstung nicht bei uns trugen. Egal, scheiß der Hund drauf. Rein ins Gelände. Vordergründig konnten wir keine Besonderheiten feststellen. Da das Abendlicht fotogen durch einen verfallenen Raum mit alten Kesseln fiel, baute ich mein kleines „Stativ für unterwegs“ auf und fotografierte. Auf meinem Display wollte ich die Qualität der „geschossenen“ Bilder überprüfen und benutzte dazu das Zoom. Ich erblickte einen bunten Fleck und vergrößerte weiter. Was ich dann  erblickte, ließ mich schaudern – eine Voodoo-Puppe in der Glaswolle. Nach und nach entdeckten wir Hunderte von Voodoo-Puppen, die allerorten auf dem Gelände verteilt waren. Alle exakt gleichaussehend, mit den aufgenähten Initalen W.D.

Hier einige Bilder von der Örtlichkeit und den dort platzierten Voodoo-Puppen:


Voodoo wollte ich schon immer mal ausprobieren, also entwendeten wir etliche Voodoo-Puppen. Ich überlegte, ob ich jemanden mit den Initialen W.D. kenne, denn vermutlich wurden die von uns entdeckten Voodoo-Puppen deswegen mit Initialen versehen, um einer bestimmten Person (mit den Initialen W.D.) einen Voodoo-Zauber zukommen zu lassen. Meinen Freunden wollte ich selbstverständlich keinen unberechenbaren Voodoo-Zauber auferlegen, aber aus meinem Freundeskreis fiel mir keine Person mit den Initialen W.D. ein.  Vielleicht gibt oder gab es Personen aus meinem früheren Freundeskreis, deren Namen diese Anfangsbuchstaben tragen, jedoch erinnere ich mich kaum noch an Namen verblichener Freunde. „Also egal, lass‘ uns doch einfach mal ausprobieren was passiert, wenn man eine Voodoo-Puppe mit den Initialen W.D. mittels Brandbeschleuniger anzündet“, meinte ich zu meiner Partnerin. Ja, das tat ich dann – siehe Video (zur besseren Betrachtung empfehle ich ‚Vollbild‘ – unten rechts auf das Vergrößern-Symbol klicken):

Wie viel Personen mit den Initialen W.D. nach diesem Ritual wohl Herz-, Kopf- und Beinbeschwerden inklusive Verbrennungserscheinungen bekommen werden? Werde mir morgen jedenfalls die Leipziger Volkszeitung (LVZ) zu Gemüte führen…

 

YNTY

YNTY – zeitlose Musik aus der Eifel… | www.ynty.eu

Zuweilen habe ich das Vorrecht, bei den Experimentalmusikern aus der Eifel (YNTY-Projekt) mitspielen zu dürfen. YNTY ist ein offenes Projekt, weswegen sich immer wieder unterschiedliche menschliche und musikalische Konstellationen ergeben. Das Experimentieren mit Klängen und Rhythmen ist ein wesentlicher Schwerpunkt dieser Musik. Zweifelsfrei liegen die YNTY-Wurzeln in der sogenannten „Berliner Schule“, die von Bands wie Tangerine-Dream und Ashra-Tempel geprägt wurde. In YNTY-Musik fließen aber auch Einflüsse aus dem „Krautrock“ (z.B. Guru Guru, Can und Amon Düül) ein, ebenso Stilelemente des Jazz, Experimentelles von Karlheinz Stockhausen, sowie Schemata von Weltmusik, Rock und Blues. YNTY lässt sich in keine Schublade stecken.

YNTY ...timeless music...YNTY-Musik besteht im Wesentlichen aus spontaner Improvisation. Jedes Stück wird nur einmal gespielt und keiner der YNTY-Protagonisten erhebt den Anspruch, bestimmte Passagen wiederholen zu wollen – mal ganz davon abgesehen, dass dies meist auch überhaupt nicht möglich wäre. Dadurch wird die Musik von YNTY einmalig und jede Jamsession zu einem ebenfalls einmaligen akustischen Erlebnis. Im musikalischen Mittelpunkt von YNTY-Musik stehen Synthesizer, da hiermit komplexe Klänge und Klangverläufe zu realisieren sind. Aber auch jedes andere Instrument ist in der Runde von YNTY herzlich willkommen. Gerne darf es mal eine Gießkanne oder ein Kochtopf sein. YNTY ist Individualität pur.

Die Homepage von YNTY wurde komplett überarbeitet! Es gibt  was auf die Ohren (Soundbeispiele) und auf die Augen (etliche Bilder und Videos). Meiner werten Besucherschaft möchte ich daher einen Besuch auf der Internetpräsenz von YNTY empfehlen und wünsche bei Erforschung des umfangreichen Inhalts viel Vergnügen: www.ynty.eu

Ehemalige „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“ (LPG) in der „Dübener Heide“

Unter einer LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) versteht man die Zwangskollektivierung von Bauern und Bäuerinnen und deren Produktionsmittel zur gemeinschaftlichen agrarischen Produktion. Dies wurde in der ehemaligen DDR praktiziert. Kollektivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft gehörten zu den Grundideen des Sozialismus. Kleiner Auszug aus der Programmerklärung des ZK der KPD zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes (August 1930):

„Wir werden die Herrschaft der Großgrundbesitzer brechen, werden ihren Grund und Boden entschädigungslos enteignen und den landarmen Bauern übergeben, werden Sowjetgüter mit modernstem Maschinenbetrieb schaffen, die Arbeitsbedingungen des Landproletariats denjenigen der städtischen Arbeiterschaft gleichsetzen und viele Millionen werktätiger Bauern in den Aufbau des Sozialismus einbeziehen.“

Tja, hat auch alles nicht geklappt. Letztendlich ist der Mensch eben doch ein Individuum mit eigenen Ideen, eigenem Willen, eigenem Verwirklichungsdrang und kein gleichgeschaltetes Etwas.

Sonntagsausflug in ein Sumpfgebiet am Rande von Leipzig

Der Titel von „www.PAGE-X.de“ lautet: „Urbex & more“. Heute haben wir uns dem „& more“ gewidmet. Genauer gesagt einem Sumpfgebiet am Rande von Leipzig. Ein kleines Stück (fast) unberührter Natur, wenn man mal davon absieht, dass nahe dem Sumpfgebiet eine Autobahn entlangführt und mitten im Sumpfgebiet bereits eine Autobahnbrücke gebaut wird und somit dieses Sumpfgebiet bald der Vergangenheit angehören wird. Ja, wenn die Leipziger nicht bauen und buddeln dürfen, werden sie schnell unzufrieden, obwohl sie dies meines Erachtens nach immer sind. An dieser Stelle sei nur das Stichwort „Legida“ erwähnt und die geneigte Leserschaft wird verstehen, was ich meine. Heute wollten wir unseren Tag fernab von unzufriedenen, paranoiden Menschen verbringen und uns nicht mit dem grenzdebilen, xenophoben Legida- und Pegida-Scheißdreck beschäftigen. Unsere fast 18-jährige (und somit bald volljährige) Hündin Flocke begleitete uns bei der Exkursion. Selbstverständlich darf dieses Stück „unberührter Natur“ eigentlich nicht betreten werden. Schilder wie „Vorsicht Lebensgefahr, Bergbaugelände“ und „Nicht betreten – Deponie“, sowie „kilometerlange 2-Meter-Zäune mit sehr spitzen Enden (aua)“ und „diverse verschlossene Schranken“ sollen potentielle Besucher davon abhalten, diesen Landstrich aufzusuchen. Wie man weiß, locken solche Schilder ja insbesondere Urban-Explorer an…


ANNOTATION: Um ein echtes Stück unberührter Natur handelt es sich freilich nicht bei diesem Sumpfgebiet. So etwas findet man in der ehemaligen DDR nicht. Dieses Sumpfgebiet entstand, weil hier früher aus einem riesengroßen Loch Kohle gebaggert wurde. Nach der Wende wurde die Kohleförderung aus diesem Loch eingestellt und eine „Renaturierung“ fand statt. Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass das Loch mit Wasser geflutet wurde und somit am Rand des Loches ein Sumpfgebiet entstand. Von „unberührter Natur“ kann somit keine Rede sein. Die Natur wurde in diesem Landstrich missbraucht. Vergewaltigt. Wie überall in der ehemaligen DDR.

Hinweis in eigener Sache: „Psychoacoustica No. 1“

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das Album „Psychoacoustica No. 1“ voraussichtlich Sommer 2016 erscheinen wird. Komponist und Produzent: Pierre Xuso. Wer sich für Urban-Exploring interessiert, könnte auch an den Werken von Pierre Xuso Gefallen finden. Pierre Xuso ist promovierter Musikwissenschaftler und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit elektronischer und psychoakustischer Musik. Seine Werke produziert er mit analogen, digitalen und virtuellen Synthesizern, Samplern, Romplern und Drummachines. Auf den Seiten von Pierre Xuso können diverse Tracks aus dem bald erscheinenden Album vorab angehört werden. Sein neuestes Werk  „PATER NOSTER“ ist eine Rezitativkomposition für diverse Vögel, Schrotflinte, Synthesizer, metallene Klangkörper, Voxophon, elektrische Streicher, Chor, Vocoder und Tenorsaxophon, welche vorwärts und rückwärts angehört werden muss, weil sich erst dann dem Zuhörer der tiefere Sinn dieses Musikstückes erschließt. Das Werk wurde konsequent in der Kirchentonart A-phrygisch komponiert.

An der Beschreibung lässt sich unschwer erkennen, dass es sich bei der Musik von Pierre Xuso um eine besondere Art von Musik handelt. Lassen Sie sich das psychoakustische Hörerlebnis keinesfalls entgehen. An dieser Stelle muss aber angemerkt werden, dass die Komposition „PATER NOSTER“ vom „Bundesamt für musikalische und spirituelle Hygiene“ mit folgenden eindringlichen, zu beachtenden Warnhinweisen versehen wurde:


Nichts für Personen mit schwachen Nerven oder zartbesaitetem „Mädchengemüt“! Menschen mit krankhaftem Verfolgungswahn und/oder paranoiden Neigungen, sollten auf jeden Fall davon Abstand nehmen, sich dieses Liedgut anzuhören. Schwere und irreparable Schäden sind möglich!

Spezieller Warnhinweis an alle gläubigen Christen, Jesus-Fans, Gottes-Fans, Maria-Verehrern, Engelsgläubigen und anderweitig irgendwie mit einem christlichen Glauben verbandelten Mitmenschen: Hören Sie sich dieses Werk auf gar keinen Fall an! Weder vorwärts noch rückwärts!


Überzeugen Sie sich selbst von der Gefährlichkeit dieses Meisterwerks von Pierre Xuso:

–> zum Musikstück „PATER NOSTER“ von Pierre Xuso

 

Leipziger wollen nicht in Straßenbahnen wohnen…

18 von den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) ausgemusterte, schrottreife Tatra-Straßenbahnen stehen (seit Jahren) zur Abholung (von wem auch immer) bereit! In den letzten Tagen informierte die Leipziger Volkszeitung (LVZ) über den Straßenbahnfriedhof in Leipzig-Leutzsch. Hier ein Ausschnitt des Artikels:

LVZ - irgendwann im Februar des Jahres 2016
Leipziger Volkszeitung – irgendwann im Februar des Jahres 2016

Aha, der Schrottpreis liegt total am Boden und aus diesem Grund sollen die vergammelten (mittlerweile auch angekokelten) Straßenbahnen weiterhin auf Leutzscher Boden stehenbleiben, in der Hoffnung, dass der Schrottpreis sich wieder aufrafft und zum Klettern anfängt. Irgendwie wäre die Logik ja nachvollziehbar, wenn nicht schon bereits vor 7 Jahren über diese schrottreifen Straßenbahnen berichtet worden wäre. Sogar von BILD. Nunja, das Attribut „Zeitung“ erspare ich mir bei diesem Käseblatt, aber nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle zitiert, was im Oktober 2009 dort stand. Hier ein Ausschnitt des Artikels:

BILD - irgendwann im Oktober des Jahres 2009
BILD – irgendwann im Oktober des Jahres 2009

Ach’ne, das gibt es doch nicht! Schon 2009 war der Schrottpreis extrem niedrig? Also auch am Boden liegend? Damals hatte man die glorreiche Idee, dass die Leipziger vermutlich ganz wild darauf seien, Straßenbahnen zu kaufen, um sie sich in ihre Vorgärten, Lauben, Hobbykeller zu stellen oder sogar darin zu wohnen. Die euphorische Verkaufstheorie des Iftec-Geschäftsführers stand jedoch in diametraler Position zu den eingefahrenen Lebensgewohnheiten der Leipziger. Mir ist kein einziger privater Straßenbahnverkauf bekannt, auch sah ich bislang in keinem Vorgarten eine Tatra-Straßenbahn rumstehen. Leipziger wollen nicht in Straßenbahnen wohnen. Sie bevorzugen Plattenbauten.

Da gibt es doch diese Redewendung, in welcher die Wörter „Fehler“ und „daraus lernen“ vorkommen. Der genaue Wortlaut ist mir dummerweise entfallen. Was soll’s! Scheiß der Hund drauf!

Heute schauten wir uns diesen „Straßenbahnfriedhof“ etwas genauer an und kurzerhand fasste ich den Entschluss, 18 Straßenbahnen an einen mir bekannten Schrotthändler zur Selbstabholung in Leutzsch bereitzustellen und zu verkaufen. Für schlappe 15.000.- Euro. Also 3.000.- Euro günstiger, als der Schrotti den Leipziger Verkehrsbetrieben gezahlt hätte. Wegen Selbstabholung räumte ich ihm einen großzügigen Preisnachlass ein. Bedingung war, dass der Betrag im Voraus bezahlt werden musste und die Straßenbahnen in der kommenden Sonntagnacht um 2.30h abgeholt werden müssen. Was für den Schrotthändler kein Problem darstellte.

Die LVB wird mir sicherlich für meine Aktion dankbar sein, denn schließlich nahm ich ihr eine Entscheidung ab, die sie jahrelang nicht in der Lage war zu fällen. Um die Sorge, wie denn das Geld angelegt oder ausgegeben werden sollte, brauchen sich die Leipziger Verkehrsbetriebe ebenfalls keine Gedanken machen, denn auch diesen Part habe ich den Verkehrsbetrieben in meiner grenzenlosen Selbstlosigkeit abgenommen…

„Meißen mit seinem besonderem Reiz verzaubert…“

…dies meint zumindest die Tourist-Info der Stadt Meißen. Weiter heißt es in einem Werbeblättchen: „Mit ihrer Lage im Elbtal und auf den angrenzenden Höhen bietet die Stadt unterschiedliche Wohnlagen für jeden Anspruch. Der Beweis dafür: Bereits seit mehreren Jahren liegt der Zuzug von Neumeißnern deutlich über der Zahl derer, die Meißen verlassen.“

Werte Tourist-Info, das stimmt so nicht! In den letzten Jahren war eher Flucht, als Zuzug nach Meißen die Regel. Dies kann auch belegt werden:
Einwohnerzahl 1995: 32.200 / Einwohnerzahl 2014: 27.200

5.000 Meißner haben sich demzufolge in den letzten 20 Jahren entweder vom Acker gemacht oder den Freitod gewählt. Nicht sonderlich verwunderlich. Die Porzellanmanufaktur steht seit Jahren am Rande eines sehr, sehr tiefen Abgrundes und die Elbe sorgt in steter Regelmäßigkeit für Überflutung vieler Keller und erdgeschossiger Wohnräume. Wohnungen im 1. Stockwerk sind in bestimmten Wohngebieten mindestens anzuraten. Nachdem ich heute diverse Hochwassermarken gesehen habe, empfehle ich jedoch eher Wohnungen im 2. Stockwerk.

Regelrecht krampfhaft werden in allen Gassen Gewerbetreibende für leerstehende Läden gesucht. Selten so viel zu vermietende Ladengeschäfte gesehen wie in Meißen.


Nachtrag: Anbei noch ein interessanter Link:
Gift in Weinen aus Meißen

Das alte Lederwerk in Coswig (Sachsen)

Für alle Unwissenden: In Dunkeldeutschland gibt es zwei Städte mit dem Namen „Coswig“. Eine befindet sich in Sachsen, die andere in Sachsen-Anhalt. Beide Städte liegen an der Elbe und sind von Leipzig fast gleich weit entfernt (aber in entgegengesetzter Richtung). Selbstverständlich gibt es in beiden Coswigs auch eine Industriestraße. Reichlich bekloppt! Warum ich das an dieser Stelle erwähne, werde ich meiner geneigten Leserschaft nicht verraten…

Weiter im Text: Diesen Samstag erforschten wir ein Lederwerk in Coswig (Sachsen), welches 1906 von Heinrich Bierling errichtet wurde. Zu DDR-Zeiten krallte sich im Jahre 1955 der Staat das Werk und benannte es in „VEB Lederwerke Coswig“ um. Nach der Wende ging es mit dem Werk bergab – vermutlich lief der Laden vor der Wende auch nicht sonderlich gut, aber das war ja damals wurscht. Man ging eben zum Biertrinken und Kartenspielen ins Lederwerk. 1991 wurde das Werk geschlossen, jedoch unternahmen ehemalige Werksangehörige im Jahr 1992 den verzweifelten Versuch, das Lederwerk unter dem Namen „Coswiger Lederwerk GmbH“ neu zu beleben. Alle Versuche scheiterten, das Werk ging 1995 in Konkurs. Nach dem in der DDR niemals real existenten Kommunismus und Sozialismus, sorgte der darauffolgende real existierende Kapitalismus für den finalen Todesstoß des Lederwerks.

Pierre Xuso spielt mit dem Softwaresynthesizer Omnisphere 2 in Echtzeit „Agnus Dei“ aus seinem neuen Album „Exordium“ ein

„Agnus Dei“ aus dem im Januar 2016 erscheinenden Album „Exordium“. Komponist: Pierre Xuso. In diesem Video spielt der Komponist Pierre Xuso in Echtzeit einen seiner neuen Titel für die CD ein. Das bedeutet, alle Sounds und Klänge die zu hören sind, werden in Echtzeit erzeugt. Im Hintergrund laufen keine Tonspuren, zu denen eingespielt wird.

Hauptsächlich kam der Softwaresynthesizer „Omnisphere 2“ zum Einsatz. Außerdem mit an Bord: „Komplete 8“ von Native Instruments.

14-zeitz-sept-2015 (14 von 21)

Zeitz: Eine Stadt gammelt vor sich hin.

29.500 Einwohner, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt, vermutlich seit 1.000 Jahren Weinanbaugebiet, Bierlager-Katakomben, Kinderwagenmuseum, Schloss Moritzburg, ZeKiWa (Kinder- und Puppenwagenproduktion zu DDR-Zeiten).

Soweit die Fakten. Interessant der zu beobachtende Einwohnerschwund in Zeitz: Einwohnerzahl 1989: Knapp 44.000. Einwohnerzahl 2015: Knapp 30.000.

In den letzten 25 Jahren haben sich somit ungefähr 15.000 Zeitzer vom Acker gemacht (Gratulation!). Wenn man sich Zeitz anschaut, dann erkennt man schnell den Grund für die Stadtflucht. Zeitz gammelt vor sich hin. Das Stadtbild ist geprägt von Abrissflächen und Ruinen. Gründerzeitliche Straßenviertel sind von Leerstand und Verfall gekennzeichnet. DDR-Misswirtschaft und der anschließend real existierende Kapitalismus trugen zum Verfall dieser Stadt bei.

Achja, das sollte anbei erwähnt werden: Am 18. August 1976 verbrannte sich der in Zeitz seinen Dienst verrichtende Geistliche Oskar Brüsewitz öffentlich, um ein Zeichen gegen das DDR-Regime zu setzen. Heutzutage würde sich Brüsewitz anzünden, weil der gesamte Burgenlandkreis zu einem stinkenden, braunen Sumpf verkommen ist, in dem sich Nazis wie Fische im Wasser bewegen und straffrei Asylbewerberheime abfackeln können (Tröglitz).

Fazit: Man kann mal durch Zeitz durchfahren, es muss aber nicht sein. Empfehlung: Zeitz großräumig umfahren…


Hochhalde bei Trages – Ergebnis jahrelanger Buddelei

Wenn der Sachse nicht Löcher buddeln darf, ist er missgelaunt. Okay, dieser Satz stimmt so nicht, denn der Sachse ist eigentlich immer mürrisch drauf. Durch den Aufschluss des Tagebaus Espenhain, entstand bei Trages ein künstlich aufgeschütteter, plateauartiger Hügel, der mittlerweile bewaldet ist und eine der höchsten Erhebungen des Direktionsbezirks Leipzigs darstellt. Hier wurden die Abraummassen des Espenhainer Tagebaus hingekippt. Außerdem wurde Ende der 40er Jahre die Asche aus dem Kraftwerk Espenhain an diesem Ort entsorgt. Mit der Errichtung des Großkraftwerks Thierbach Ende der 60er Jahre, kam noch die Verspülung der Asche in Aschespülbecken dazu. Teer- und andere Abfallprodukte (z.B. Kochtöpfe und Bollerwagen) wurden hier ebenfalls verkippt. Kurzum: Hier ist alles kontaminiert.


Der Sachse (und selbstverständlich auch die Sächsin) entledigen sich ihres Mülls (z. B. Trabi oder altes Fuhrwerk) gern in nahegelegenen Wäldern, Industriebrachen oder eben Halden. So auch in diesem Fall. Wir entdeckten bei einer Fotosession den Vorläufer des Pferdefuhrwerkes – einen Trabi. Angeblich sollen diese Dinger ja unkaputtbar gewesen sein, unser Fund beweist jedoch eindeutig das Gegenteil.

Kraftwerk Thierbach befindet sich in der Abwrackphase

1967 wurde der Grundstein für das Braunkohlekraftwerk Thierbach gelegt. Das Kraftwerk wurde mit sowjetischer Technik betrieben und sorgte (neben einigen anderen Kraftwerken) für die ausgezeichnete DDR-Luft. 1999 erfolgte die Stilllegung und der schrittweise Rückbau der Braunkohle-Dreckschleuder. Oktober 2002 wurde der 300 Meter hohe Schornstein in die Luft gejagt und im März 2006 die Kühltürme. Januar 2015 erwischte es das Kesselhaus I. Die Kesselhäuser II bis IV segneten Februar 2015 das Zeitliche. Nun liegt noch jede Menge zu entsorgender Schrott rum…

Ein Theaterbesuch in Sachsen-Anhalt

Lang, lang ist es her, dass auf der Bühne dieses Theaters gespielt wurde. Hier durften hauptsächlich Laiendarsteller ihr Talent zum Ausdruck bringen – freilich unter gestrenger Aufsicht mehrerer SED-Aufseher. Zu besonderen Anlässen wurden zur allgemeinen Belustigung, Erheiterung (oder als Schlaftablettenersatz) DDR-Stars engagiert.  So auch vom 12. bis zum 21. Juni 1959 – da fanden an diesem Ort die 1. Arbeiterfestspiele von Halle statt. Ende 1998 fiel in diesem ‚Kulturhaus‘ der letzte Vorhang.

Kleiner Ausflug ins Innere der Erde (Mittelerde)

Das Innere der Erde (sozusagen ‚Mittelerde‘) ist überall. Um nach ‚Mittelerde‘ zu gelangen, benötigt man lediglich einen Klappspaten und den Willen, sich durchzugraben. Beides hatten wir am Sonntag. Leider auch angefrorene Obererde. Nach ein paar Spatenstichen erblickten wir eine seltsam fremde, skurrile Welt: ‚Mittelerde‘ (bei Leipzig).